Zunächst vielen Dank, dass ich die Technik kopieren durfte an Fabian Mayer, einen Link zu seiner Seite findet Ihr unter "Links".

Gerbverfahren - Hirngerbung - Leder
Es gibt viele verschiedene Arten mit Hirn, Seife oder Ei zu gerben. Mit oder ohne das Äschern, Feucht- oder Trockenschaben, Weichmachen an einer Schnur oder in einem Rahmen, usw.
Der folgende Text beschreibt eine Feuchtschabmethode:
1.) Rehdecke (Jägersprache für Rehfell) oder Ziege beschaffen. Sie werden meistens weggeschmissen, daher einfach vom Jäger zu bekommen. Wichtig beim Abziehen der Decke ist, daß nicht in die Haut geschnitten wird. Schneidet man in die Decke kann es beim Abschaben sein, daß der Schaber in den Schnitt fährt und ein riesen Loch entsteht.
2.) Fleischseite grob vom Fleisch, Fett, usw. befreien (25 min). Dazu braucht man ein geeignetes Schabwerkzeug, eine Schürze und einen Gerbbaum. Der Gerbbaum misst 15-20 cm im Durchmesser und besteht z.B. aus Buche, Eiche, Birke.
3.) In Holzasche legen für ca. 3 Tage
4.) Auf der Fellseite Haare, Oberhaut und Narbenschicht abschaben, auf der Fleischseite Unterhaut abschaben (2 St.).
5.) Wässern für ca. 2 Tage (variiert je nach Temperatur)
6.) Auswringen, bis kein Tropfen mehr aus der Rohhaut kommt.
7.) Gekochte Hirnmasse (oder Ei oder Öl+Seife) warm (nicht heiß!) in die Rohhaut ein paar Minuten einmassieren und ca. 30 Minuten ziehen lassen
8.) Erneutes Auswringen.
9.) Weichmachen. Hier geht es darum, das Zusammekleben der Fasern beim Trocknen der Haut zu verhindern. Die Haut wird einige Stunden lang in alle Richtungen gezogen bis sie vollkommen trocken ist. Man kann das über dem Knie machen, auf einem Gerbrahmen, an einem Stahlkalbel...
10.) Danach sollte die Haut geräuchert werden, um sie gegen die Witterung zu imprägnieren. Ich nähe oder klebe (mit wasserlöslichem Naturkleber, z.B. auch selbst gemachter Kleber aus Rohhaut) ein oder meistens 2 Leder zu einem Sack zusammen, der unten offen ist, so daß Rauch hinein kann. Das Leder sollte auf keinen Fall zu heiß werden, daher ist es ratsam den Sack unten zu verlängern (z.B. durch alten Baumwollstoff).
11.) Hoffentlich in die Luft springen und sein Ergebnis bewundern.
