Geschichtlicher Ablauf

Die ersten Trapper im eigentlichen Sinne

Während die südlichen und neuenglischen Kolonien in religiöser, politischer, kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht zum überwiegenden Teil englisch geprägt waren, entwickelte sich seit den 1640er Jahren in den so genannten Mittelatlantik-Kolonien eine größere Vielfalt euroamerikanischen Kulturlebens, dominiert von Niederländern, Skandinaviern und Deutschen. So hatten erstere an den Flüssen von Hudson und Delaware Handelsstützpunkte errichtet, um mit den dort ansässigen Indianern einen lukrativen Pelzhandel zu betreiben.

Auf diese Weise entstand die Kolonie "Neu-Niederlande" mit ihrem Seehafen Neu-Amsterdam auf der Insel Manhattan, welche die Niederländer den Indianern für 50 Gulden abgekauft hatten. Skandinavier prägten durch die Einführung der Blockhütte das typische architektonische Bild der Pionierzeit in dieser Region. Während des zweiten britisch-niederländischen Seekrieges (1664-1667) wurde das Gebiet dann von den Engländern erobert und dem Herzog von York, Bruder des englischen Königs Charles II., als Lehen übergeben: Aus Neu-Niederlande wurde New York und aus Neu-Amsterdam New York City.

Besiedlung und Immigration der USA

Die Erschließung und Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents vom Atlantik bis zum Pazifik vollzog sich in drei Etappen, wenn auch mit fließenden Übergängen: Zunächst wagten sich Trapper, Pelzjäger und Fallensteller in noch unerschlossene Gebiete vor. Der mit wahrem Pioniergeist vorangetriebene Siedlungsbereich zwischen Wildnis und euro-amerikanischer Zivilisation, die frontier, hat denn auch bis heute für die US-amerikanische Gesellschaft einen hohen symbolischen Stellenwert behalten.

Ihnen folgten Ansiedler, die ohne Zustimmung des formalen Eigentümers Land urbar machten (squatters), aber oft nur vorübergehend blieben, um schließlich von Farmern abgelöst zu werden. Es entstanden nun dauerhafte Niederlassungen mit Kirchen, Schulen, Banken und Behörden sowie einer lokalen Ordnungsgewalt, dem Sheriff. Parallel zu dieser Ackerbau-frontier (Besiedlungsgrenze) gab es riesige Grasflure, auf denen Rancher ihr Vieh weideten, wobei es vereinzelt zu Kleinkriegen zwischen Viehzüchtern und Farmern kam.
Schon die ersten Trapper hatten bei ihren Erkundungen nach Edelmetallvorkommen Ausschau gehalten und ihr Wissen weiter gegeben. So gab es sehr bald auch eine Bergbau-frontier mit chaotisch-kurzlebigen Minenstädten, die eruptionsartig mit Einwohnerzahlen von mehreren Tausenden boomten, dann aber nach Ausbeutung der Minen zu den heute noch teilweise zu besichtigenden ghosttowns wurden.

Die Besiedlung verlief wellenartig. Eine der größten Binnenwanderungswellen setzte nach dem Frieden von 1815 ein, als die Nationalbevölkerung etwa 8,5 Millionen Menschen zählte. Die Aussichten, im Westen "sein Glück zu machen", führten zur schnellen Landerschließung. Während noch 1810 nur jeder siebte Amerikaner westlich der Appalachen lebte, war es ein Jahrzehnt später bereits jeder vierte. 1815 hatten diese Pioniere viertausend Quadratkilometer bundeseigenen Landes erworben; nur vier Jahre später hatte sich diese Zahl verfünffacht. Der Public Land Act von 1820, der das Mindestareal für eine Farm von 160 (circa 64 Hektar) auf 80 acres und den Mindestpreis für einen acre erheblich reduzierte, erleichterte den Erwerb von Farmland. Es folgten weitere Landverteilungsgesetze, wobei das Familienfarm-Gesetz (Homestead Act) von 1862 die weitestgreifenden Konsequenzen in Bezug auf die Westwärtsbewegung hatte: Jedem Siedler wurden gegen eine geringe Gebühr 160 acres auf Dauer zugesprochen, sobald er dieses Areal fünf Jahre bewirtschaftet hatte.


1830 lebte bereits ein Drittel der nun nahezu 14 Millionen Einwohner zählenden amerikanischen Bevölkerung westlich der Appalachen, und in den vierziger Jahren verloren die Staaten zwischen Appalachen und Mississippi bereits ihren frontier-Charakter. Eine natürliche Grenze der Wanderungsbewegung, zumindest für die landwirtschaftliche Erschließung, hatten lange Zeit die westlich von Arkansas beginnenden trockenen Präriegebiete, die Great Plains, gebildet. Die Westwärtsbewegung machte nun einen großen Sprung und verschaffte sich durch die von Trappern und Forschungsreisenden erschlossenen Routen (trails) - der berühmteste unter ihnen war der "Oregon Trail" - Zugang zum Fernen Westen.

Der legendäre Goldrausch von 1849 wurde durch Goldfunde in Kalifornien ausgelöst und ließ allein im ersten Jahr 80000 Menschen dorthin strömen. Nur drei Jahre später war die Bevölkerungszahl bereits um das Dreifache gestiegen, wodurch die Westwärtsbewegung nun auch verstärkt in diese Region ausgedehnt wurde.