Der Trapper
Trap = Falle, also bedeutet Trapper = Fallensteller. Wertvolle Pelztiere
sollte man nur mit Fallen fangen, da ansonsten der Pelz beschädigt würde. Fallen waren also mit das Wichtigste im Leben des Trappers. Je mehr Fallen ein Trapper im Einsatz hatte, desto höher war sein Fell-Ertrag denn die Chance ein Biber oder ähnliches zu fangen stieg mit jeder eingesetzten Falle. Die Jagd mit Gewehr oder Pfeil und Bogen hätte das Fell durchbohrt und somit für den Verkauf unbrauchbar gemacht. Durch den Knall des Gewehrs wären alle Tiere im Umkreis gewarnt worden und der Erfolg der Jagd wäre mehr als kläglich. Anders zur Nahrungsbeschaffung oder zur Büffeljagd, hier wurden sofern vorhanden natürlich Schusswaffen eingesetzt, da ein kleines Loch im Büffel-Fell nicht sehr auffiel und Fallen für den Büffel nicht besonders geeignet waren.
Viele Trapper wählen Ihr Leben um der Zivilisation zu entfliehen. Sie wollten Abenteuer, Neues entdecken oder folgten einer inneren Unruhe. Reichtümer konnte man mit der Fallenstellerei nicht verdienen. Die wenigsten waren so gut, das sie etwas auf die Hohe Kante legen konnten. Außerdem wurde man in diesem Beruf nicht unbedingt alt. Dies lag einerseits an den Gefahren die ein Trapperleben mit sich brachte, wie Unfälle, Knochenbrüche abseits in der Wildnis, Überfälle von Indianern oder konkurrierenden Trappern, Verletzungen durch Tiere etc. andererseits an dem sehr ungesunden Arbeitsklima. Bei der täglichen Arbeit (Felle waren im Winter besonders dicht) in den Flüssen und im Schnee ereilte einem schnell die Gicht oder aber das Rheuma machte sich schon in jungen Jahren breit.
Oft hatte der Fallensteller 2 Familien, eine in der Zivilisation, in der er zurückkehrte wenn die Jagdsaison beendet war, aber auch eine (meist indianische) in der Wildnis. Dies hatte mehrere praktische Vorteile. Zum einen hatte man sich so oft die Freundschaft des jeweiligen indianischen Volkes gesichert, man hat in langen Winternächten Gesellschaft und eine Frau dabei, die die hauswirtschaftlichen Arbeiten erledigte. Angefangen beim Kochen, über Nähen, Gerben, Putzen etc.. Nicht zu vergessen eine tatkräftige Hilfe beim Transport und sonstigen Arbeiten in der Wildnis.
Trapper / Mountainman
·
Ein Trapper versuchte mit der Fallenstellerei Geld zu verdienen. Der Mountainman lebte in der Wildnis, weil er es so wollte. Er stellte auch Fallen, jagte etc. aber eben mit einem anderem Hintergrund.
In der Kleidung ähnelten sich beide, da sich Lederkleidung als nützlich erwiesen hatte. Lange Lederhosen möglichst ohne Fransen (oder nur kurze) hatten im Unterholz ihre Vorteile. Dornen drangen nicht durch, Kratzer und Verletzungen ließen sich so weitestgehend vermeiden. Lange Hosenbeine die sich dann auch noch mit kaltem Wasser vollsogen waren beim Biberfang in den Flüssen eher hinderlich. Hier hatten sich Kniehosen mit langen Strümpfen bzw. Beinlingen etabliert. Sie waren ein typisches Zeichen für einen Trapper.
Lange Fransen und Perlenverziehrungen finden wir meist nur im Hobby. Es sieht schicker aus, hat aber in der Wildnis nur Nachteile. Wer setzt sich schon stundenlang hin, stickt schöne Muster, um sie dann am nächsten Dornenbusch zu verlieren. Mit langen Fransen bleibt man im Unterholz nur hängen und kommt nicht vorwärts. Also sind diese Zierden oft nur nostalgische, schön anzusehende Anhängsel. Kurze Fransen dagegen können den Vorteil haben, die Lederfläche zu vergrößern. Das Wasser kann besser ablaufen und die Hose trocknet schneller. Aber ich denke jeder sollte sein Outfit so wählen wie es ihm beliebt.
Beide passten sich der indianischen Lebensweise an. Viele Trapper und viele Mountainmen nahmen umgangliche Merkmale der Indianer an. Sie entfernten sich immer weiter von der Zivilisation, nicht nur im geografischen Sinne.
·
Verschiedene Trapper:
·
Es gibt verschiedene Bezeichnungen für einen Trapper. Gerne genannt ist immer der freie Trapper, der sein eigener Herr war, sich und seine Ausrüstung selbst finanzierte und auf eigenes Risiko in der Wildnis unterwegs war. Er bot dem Händler seine Felle an, der das meiste zahlte und kaufte dort ein, wo es am preiswertesten war. Manchmal schlossen sich mehrere freie Trapper zusammen um eine lockere Gemeinschaft zu bilden, der es leichter fiel sich zu verteidigen oder gemeinsame Projekte umzusetzen. Der freie Trapper war eher selten, da schon damals der Einzelne kaum Geld hatte. Und so kommen wir zur zweiten Art der Trapper:
·
Der teilfreie Trapper. Er hatte kein eigenes, oder nicht ausreichend genug eigenes Geld und musste sich einen Finanzier suchen. Dazu wurden im Vorfeld vereinbart, was der teilfreie Trapper zurück zu zahlen hatte. Er war also an seinen Finanzier gebunden. Dies konnte eine Companie oder ein Händler sein, der an die Fähigkeiten des jeweiligen Trappers glaubte und ihm so mit seinem Geld unterstütze. Oft streckte ein Händler Ausrüstungsgegenstände wie Fallen, Blei, Pulver, Salz etc. vor und der teilfreie Trapper löste sich am Ende der Saison mit seinen Fellen aus. Die überwiegende Anzahl damals tätiger Trapper waren also teilfreie Trapper, da die wenigsten über ausreichend eigene Mittel verfügten um sich komplett Selbständig zu machen.
·
Dann leisteten sich die Companies z.B. die Hudsons Bay oder die North-West-Comp. feste angestellte Trapper. Sie gehörten einer Trapperbrigade an und wurden zu festen Konditionen entlohnt. Die Companies sorgten für Nachschub und alle benötigten Ausrüstungsgegenstände und erhielten deshalb den gesamten Ertrag des angestellten Trappers. Er hatte also so gut wie keine Möglichkeit Gewinn zu machen, es sei denn er hatte eine erfolgsabhängige Prämie vereinbart.
·
Quellen:
- das große Trapperhandbuch
- Colorado Saga von James A. Mitchener
- Wegbereiter (Time-Life)
