A =

ALAUN: den Indianern diente der Rohalaun als Beize beim Färben von Leder und Stoffen.

ALKOHOL: war den Indianer bereits vor Ankunft der Weißen bekannt. Die Indianer konnten allerdings nur vergorene alkoholische Getränke herstellen. So wurden z.B. aus Agave, Maguey, Peyotl oder Mais Alkoholika hergestellt.

B =

BÄRENJAGD: die gefährlichste Jagdform der Indianer war der Kampf mit dem gefürchtesten und größten Raubtier Nordamerikas: dem Grizzly. Meistens wurde die Bärenjagd zu Pferde durchgeführt. Der siegreiche Kampf mit einem Grizzly galt bei den Indianern als hohe Ehre und höchstgeachtete Mutprobe. In der indianischen Küche beliebt waren das Bärenfett und eine seltene Spezialität: die Bärentatzen! Eine begehrte Trophäe waren die Krallen, die meist nur Häuptlinge oder angesehene Krieger an einer Kette um den Hals trugen.

C =

CATLINIT: Roter Pfeifenstein. Eine Analyse ergab: Kieselerde 48,2%, Tonerde 28,2%, Wasser 8,4%, Magnesiumoxyd 6%, Eisen-Suboxyd 5%, Kohlensäure Kalkerde 2,6%, Manganoxyd 0,6%.

D =

DOG SOLDIERS: Die französischen Trapper, die zum ersten Mal mit den Cheyenne zusammentrafen, nannten diesen Stamm "CHIENNES(CHIEN=HUND)“ da er mit Vorliebe Hunde verspeiste. Die ersten englischen Trapper übersetzten dieses Wort in "DOG SOLDIERS“. Bei den Cheyenne waren die Dog Soldiers der führende Männerbund, der die Polizeigewalt inne hatte.

E =

EICHELBROT: aus Mehl von Eicheln. Dieses Brot war neben dem erlegten Wild die Hauptnahrung der meisten kalifornischen Stämme.

F =

FARBHERSTELLUNG: die Indianer Nordamerikas und Mexikos gewannen Farben aus  Gestein, aus farbiger Erde oder Pflanzen, Wurzeln und Beeren. Die gewonnenen Farben wurden mit Fett oder Speichel versetzt und dann aufgetragen. Sie wurden ebenso zur "Kriegsbemalung" wie auch zum Schutz gegen lästige Insektenstiche genutzt.

G =

GEFLECKTER ADLER: Nach der Mythologie der Dakota flog der gefleckte Adler von allen Lebewesen am höchsten. Deshalb wurde er auch manchmal als WAKAN TANKA, der große Geist betrachtet.

GRIZZLY: Der nordamerikanische Grizzly oder Graubär, wird bis zu 450 kg schwer und etwa 4 m lang.

H=

HEXEN: Hexen waren bei allen Stämmen Nordamerikas gefürchtet, da sie nach indianischem Aberglauben auf Menschenraub ausgingen, ihre Opfer gefangen nahmen um sie anschließend zu fressen. Sie lockten Jäger in ihre Hütten und setzten ihnen mit tödlichem Gift versetzte Speisen vor. Nach dem Tod ihrer Opfer schnitten sie ihnen den Kopf ab und hängten ihn in ihre Hütte. Den aufgeschlitzten Leib warfen sie in einen nahen Bach den Fischen zum Fraß vor.

HOROSKOP:

Falke: 21.3.-19.4

Biber:20.4.-20.5.

Hirsch:21.5-20.6.

Specht:21.6.-21.7.

Lachs:22.7.-21.8.

Braunbär:22.8.-21.9.

Rabe:22.9-22.10.

Schlange:23.10-22.11.

Eule:23.11-21.12.

Wildgans:22.12.-19.1.

Otter:20.1.-18.2.

Wolf:19.2.-20.3.

I =

IOWA  Die Iowa waren ein Siouxstamm von ca. 1000 Leuten. Neben der Jagd betrieben sie Ackerbau. Meistens wohnten sie in erdbedeckten Häusern, die die Form eines Backofens hatten. Der Iowa kam vermutlich von dem Dakotawort AYUHWA, das Sleepy People = schläfriges Volk bedeutet.

J =

JAGUAR: Für die Indianer galt der siegreiche Kampf mit dem Jaguar als besondere Auszeichnung von Tapferkeit und Jagdglück. In bewohnten Gebieten verliert der Jaguar seine Scheu und wird Haustieren und Herden gefährlich. Er ist so stark, das er mühelos ein Pferd mit sich kann.

K =

KINNIKINNIK: (in der Dakotasprache: Tschanschascha) Heiliger Tabak. Wesentlicher Bestandteil war der innere Teil getrockneter Erlenrinde oder Red Dogwoodrinde, die aber wegen ihrer Bitterkeit selten alleine geraucht wurde. Gewöhnlich fügte man einen gleichen gezöpfelten Tabak hinzu und eine kleine Portion eines Aroma spendenden Krautes oder einer Wurzel, oft die Wurzel "Sweet Anne" hinzu. Diese drei Bestandteile wurden in einem bestimmten Ritual gemischt.

L =

LACROSSE: Die Indianer kannten viele Spiele, die sie kleine Brüder des Krieges nannten. Es waren raue Kampfspiele, darunter ein Ballspiel das von den Kanadiern Lacrosse (ursprünglich Bagaddaway) genannt wurde. Es spielten 2 Mannschaften, die Spieleranzahl war nicht begrenzt, es konnten leicht 1-200 Spieler sein, von denen jeder 1-2 Schläger hatte, mit denen der Ball in eines der beiden Tore geschlagen werden mußte. Die Tore standen bis zu mehrere Kilometer auseinander. Um das Spiel interessanter zu machen, wurden auch manchmal 2 Bälle eingesetzt (TWOBALLS). Das entzerrte das Spielerfeld und die Mannschaften mussten noch konzentrierter spielen. So manch einer brach sich bei dem Gerangel sogar das Genick.

LEGGINGS: (oft fälschlicherweise Leggins geschrieben). Von den Indianern getragene Ledergamaschen die oft mit Fransen verziert waren. Diese Gamaschen wurden zum Schutz gegen Verletzungen durch Unterholz, stachelige Pflanzen und den scharfen Kanten des Präriegrases getragen.

M =

MESCAL : Aus der Agave Mescal -auch Peyotl genannt-, gewonnenes Getränk, das rauschartige Zustände hervor ruft.

N =

NETZRADSPIEL:  Ein allen Präriestämmen bekanntes Spiel, bei dem es darauf ankam, einen Pfeilstab durch die Maschen eines mit Sehnennetz bespannten, rollendem Holzrad zu werfen. Der Haupttreffer war der Wurf durch die Mittelmasche.

O =

OSAGE: Siouxstamm.

Nachdem in der Osage Reservation in Oklahoma Erdöl gefunden wurde, erfreuten sich die Osage eine Zeitlang der größten Einkommensquote der Welt, die den Stamm sanierte. Heute sind sie wohlhabend und unterstehen längst nicht mehr der Treuhänderschaft der US-Regierung. Durch diese Ölverträge erhält noch heute ein Osage neben seinen sonstigen Einkünften ein Jahreseinkommen von etwa 3500 Euro. Man zählte 1937 etwa 3649 Osage. Heute sind es über 5000.

OSAGE-ORANGE:

Der Baum stammt aus dem Westen der USA. Er wird maximal 10 Meter hoch, gilt als äußerst trocken- und frostresistent. Seine Orangenartige Frucht - die allerdings grün bleibt und nicht genießbar ist- hat diesem Baum den Namen gegeben.

P =

PARFLECHE : Rohlederne Falttasche, die mit Mustern verziert, und zur Aufbewahrung von Pemmikan genutzt wurde.

PEMMIKAN: Fleischpaste aus getrocknetem und zerstoßenem Fleisch, Beeren, Rüben und Talg vom Bison. Es wurde in Parflechen gefüllt und dann mit geschmolzenem Fett oder Knochenmark übergossen. Dies diente als nahrhafter Wintervorrat.

PFEIL: Die Indianer kannten nur 2 Arten von Pfeilen. Den Kriegspfeil, der mit Widerhaken versehen und bei manchen Stämmen vergiftet war, und den Jagdpfeil der entweder keine oder umgekehrte Haken hatte, so das er leicht aus der Wunde entfernt werden konnte. Die mit den langen Widerhaken versehenen Spitzen der Kriegspfeile wurden nur leicht an die Holzschäfte angebracht, damit sie in der Wunde des Feindes zurückbleiben konnte. Dagegen wurde die Spitze des Jagdpfeiles besonders gut befestigt, da der Pfeil wieder verwendet wurde. Die seit frühester Zeit gebräuchlichen Pfeilspitzen aus Knochen, Bronze oder Feuerstein, wurden durch die Stahlspitzen welche die Fallensteller und Pelzjäger lieferten, abgelöst.

PFEILSPIEL: Das Pfeilspiel gehörte zu den Lieblingsspielen der Präriestämme. Die geschicktesten Bogenschützen versammelten sich nahe dem Lager auf der Prärie und hinterlegten vor Beginn des Spieles eine "Startgebühr" in Form eines Schildes, einer Pfeife, Antilopen oder Büffelhaut usw. Der Reihe nach schossen sie ihrer Pfeile in die Luft, wobei es darauf ankam, diese so schnell wie möglich abzuschießen, das die größtmögliche Anzahl von Pfeilen zur gleichen Zeit durch die Luft schwirrten. Daher nahm jeder Krieger 8-10 Pfeile mit dem Bogen in die linke Hand und schoß den ersten Pfeil so hoch, das er möglichst lange in der Luft blieb, während  die anderen Pfeile so schnell wie möglich nach gesandt wurden. Der Sieger und Gewinner des zuvor abgelegten Einsatzes war der, der die meisten Pfeile gleichzeitig in der Luft hatte.

PLAUMENKERNSPIEL: Dieses Spiel war bei den östl. Stämmen sehr verbreitet. Das Spielzubehör bestand aus 4, 6 oder 8 auf einer Seite bemalten Kerne, die in einer Holzschale geschüttelt und hochgeschleudert wurden. Dabei kam es darauf an, das möglichst viele Kerne mit der bemalten Seite nach oben lagen.

POPCORN: Puffmais, der aus auf heißen Platten getrockneten und geplatzten grünen Maiskörnern von den Algonkin hergestellt wurde.

Q =

QUILLARBEIT: Besticken von Kleidung, Mokassins, Taschen usw., mit Stachelschweinborsten.

QUIVER: Pfeilköcher, dessen Maße sich nach der Länge des Bogens und der Pfeile richtete.

R =

REATA:  Rohhautschlingenseil aus dünnen geflochtenen Rohhautschnüren, das von den spa. Conquisandores nach Mexiko eingeführt wurde.

S =

SALBEI(Sagebrush): Niedriges Gestrüpp das weite Teile der Hochflächen Nordamerikas bedeckt. Die Pflanze verströmt einen aromatischen Duft.

SCHWIEGERMUTTER-TABU :Bei vielen Indianischen Stämmen durfte ein Mann seine Schwiegermutter weder ansehen noch mit ihr sprechen. Auch durfte er keinen Raum betreten in der sich die Mutter seiner Frau aufhielt Diese Sitte gibt es noch heute in manchen Reservationen.

T =

TABAK: Der Tabak war für die Indianer das wichtigste Narkotikum und diente früher hauptsächlich religiösen und medizinischen Zwecken.

TIERBALG: Bei den östl. Indianern dienten abgezogene Tierbälge als Behältnis für Tabak und Beeren.

TRAVOIS: Indianische Transportschleife die von Hunden gezogen wurde und später von Pferden. Die Travois bestanden aus 2 Tipistangen, die an den Schultern des Hundes oder Pferdes festgebunden wurden. Die freien Enden schleiften über den Boden. Auf dieser Schleppe wurden die Lasten befestigt.

TOBOGANS: kufenlose Schlitten die im Winter dazu verwendet wurden die schweren Lasten zu transportieren. Diese Tobogans wurden ebenfalls von Hunden gezogen.

U =

UNCAS: Häuptling und oberster Führer der Mohegan, der stets treu zu den Engländern stand.

V =

VIELWEIBEREI: Bei allen Stämmen Nordamerikas war die Vielweiberei ein alter Brauch, der nach indianischer Sitte sinnvoll und notwendig war, da bei ihren verlustreichen Kämpfen stets ein Mangel an Männern herrschte.

W =

WAMPUM: Wampum nannte man die aus Muscheln und Schnecken geschliffenen weißen und violetten Muschelperlen. Der Wampum wurde hergestellt, in dem man ein längliches Stück Muschel abschnitt, es solange mit Sand bearbeitete und zuschliff bis es einen Zylinder bildete. Durch die Länge wurde ein Loch gebohrt und dann wurde diese Perle auf Reh oder Hirschsehne aufgezogen. Der Wampum diente als Schmuck und Geld. Da in den frühen niederländischen und englischen Kolonien großer Mangel an Münzen herrschte, benützten die Kolonisten Wampum auch als Geldersatz. Sie erließen Gesetze die den Wert der Wampum festlegte. Daraufhin beschäftigten sich auch die Kolonisten mit der Herstellung von Wampum. Da aber geschäftstüchtige Weiße in Europa Nachahmungen herstellten und diese in den Kolonien in Umlauf brachten, wurde der echte Wampum entwertet.

Y =

YUCCA: Palmlilie, die von den Indianern des südwestl. Nordamerikas und des nördl. Mexikos als Nahrungsmittel (die Wurzel) und Werkstoff (Blätter und Stengel) verwendet wurde.

Z =

ZAMBO: Von Schwarzen und Indianer abstammender MISCHLING

Quelle:  Auszüge aus: Das neue Indianer Lexikon Kuno Mauer