Ganz hilfreich bei der Bestimmung der Himmelsrichtungen ist
es, wenn man weiß, das die Sonne im Osten aufgeht, im Süden ihren Lauf nimmt
und im Osten unter geht. Um 12.00Uhr mittags (kein oder sehr kurzer Schatten) steht die Sonne
also im Süden. Wenn man ihren Lauf beobachtet, weiß man wo sie her kam (Osten)
und dahin wo sie hin wandert ist Westen.
Wenn die Sonne scheint, kann man mit der Stockschatten-Methode die
Himmelsrichtung bestimmen.
Vormittags, etwa eine Stunde vor Mittagszeit (mittags um 12.00 wird kein Schatten geworfen), steckt Ihr einen möglichst geraden Stock in die Erde. Dann nehmt Ihr ein Seil ( Schnürsenkel, Weidenzweig, festen Gras....). An das eine Ende bindet Ihr einen dünnen Ast, wenige cm lang. Das andere Ende bindet Ihr an den Stock in der Erde. Das Seil mit Stift muß kürzer sein als der vom Stock geworfene Schatten. Nun zieht Ihr einen Halbkreis - wie mit einem Zirkel. Der Kreis wird vom Ende des Schattens des Stocks an einer Stelle geschnitten. Diese markiert Ihr z.B. mit einem kleinen Stein (X1). Dann braucht Ihr etwas Geduld. Der Schatten wandert, wird kürzer und nach der Mittagszeit wieder länger. Irgendwann schneidet er wieder den Halbkreis. Diese Stelle markiert Ihr wieder mit einem Stein(X²). Dann zieht Ihr eine gerade Linie durch die beiden Markierungen das ist die Ost - West - Linie. Die erste Markierung liegt in westlicher Richtung, die zweite Markierung in östlicher Richtung. Zieht Ihr zu dieser Linie eine zweite Linie im 90-Grad-Winkel (Kreuz), so erhaltet Ihr die Nord Süd - Richtung.
Grafik folgt
Osten X² X1 Westen
X1 = erste Überschneidung
X² = zweite Überschneidung
Eine weitere Methode , die aber in unseren Breitengraden
sehr ungenau ist, ist die Bestimmung der Himmelsrichtung anhand des Moosbewuchs
an Bäumen. Die Wetter - / bzw. Schlagseite soll in unseren Breiten im
Nordwesten sein. Die Erfahrung und das Vergleichen hat immer wieder gezeigt:
Die Fehlerquelle ist enorm hoch.
Keine Sonne = Keine Himmelsrichtung ermitteln = falsch !
Wie baue ich mir einen eigenen Kompass??
Ich brauche dazu eine Wasserpfütze. Eine Tasse/Teller aus Porzellan oder Holz (kein Metall!!). Eine Nähnadel (hat jeder Trapper dabei) und etwas Fett oder Öl (Ohrenschmalz tuts auch).
Den Teller mit Wasser füllen, die Nadelspitze magnetisieren
(auf Wolle reiben, an einem Haarbüschel reiben etc.),. dann die Nadel mit dem
Fett/Öl fetten. Nun vorsichtig die Nadel auf das Wasser legen (sie darf nicht
untergehen). Durch die Wasser-Oberflächen-Spannung und das Öl dürfte die Nadel schwimmen,
wenn man sie nur vorsichtig genug auf das Wasser legt. Hilfsweise aus 2
Grashalmen Ösen bilden und die Nadel damit vorsichtig ins Wasser setzen. Die
schwimmende Nadel pendelt sich jetzt in Nord-Süd-Richtung ein.
Vorgang zur Sicherheit ein bis zwei Mal wiederholen!! Keine
magnetischen Gegenstände in der Nähe der Nadel deponieren (also Messer etc.
weit weg legen).