Die Indianer

Auswirkungen auf die Urbevölkerung


Nach damals vorherrschender Meinung erschien es zwecklos, indianische Ureinwohner zu "zivilisieren". Dem zufolge verfügte ein Bundesgesetz 1830 die Vertreibung aller noch im Osten befindlichen Indianer in Gebiete westlich des Mississippi. Hauptsächlich davon betroffen waren die fünf Stämme der Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Creek und Seminolen, die bislang in South Carolina, Georgia und Florida unter dem Schutz der Bundesregierung gelebt hatten.

Die Versuche der Ureinwohner, sich juristisch gegen die Umsiedlung zu wehren, verliefen erfolglos. 1837 richtete die Bundesregierung ein Indianerterritorium zwischen dem Missouri und dem Red River im heutigen Oklahoma ein. Insgesamt wurde ihnen nur ein Drittel ihres ursprünglichen Landes westlich des Mississippi zugestanden, dessen Bodenqualität wesentlich schlechter war. 1838 wurden die restlichen 17000 Cherokee von Bundessoldaten bewacht in das Indianerterritorium zwangsumgesiedelt. Etwa 4000 von ihnen verstarben auf der entbehrungsreichen 2000 Kilometer langen Strecke, die als "Weg der Tränen" in die Geschichte eingegangen ist.

Um 1840 galt das Gebiet östlich des Mississippi für die Siedler als nahezu "befriedet". Aber auch westlich dieses Flusses sollten Native Americans nicht lange vor dem unermüdlichen Ansturm der Siedler sicher sein; sie wurden in zunehmend kleinere Reservate verbannt. Die geschätzte Zahl der indianischen Urbevölkerung nahm im Zeitraum von 1845 bis 1860 von 150000 auf 35000 ab.

Kriege und Kontakt mit bislang unbekannten Krankheitserregern, gegen die die Indianer nicht resistent waren, dezimierten ihre Population im heutigen Gebiet der USA von ursprünglich geschätzten mehreren Millionen auf etwa 500000. Der Versuch der Bundesregierung, westlich der Staaten Arkansas und Missouri territoriale Grenzen zwischen ihnen und den Siedlern festzulegen, wurde aufgegeben, als der Siedlerstrom dorthin stark anschwoll. Danach erwarb sie in Verträgen, die die Indianer benachteiligten, gegen ein geringes Entgelt weiträumige Landflächen.


Die Erschließung des Westens ist untrennbar mit der Vertreibung und teilweisen Vernichtung der indianischen Ureinwohner verbunden.

Quelle: Wikipedia